Gesichtsmasken unter den Duschen!

Perspektiven Wechsel

Als Kompetenzzentrum für Energieeffizienz beschäftigen sich meine Mitarbeiter und ich unter anderem mit Trinkwasser. Dazu gehört die Trinkwasser  Erwärmung, Speicherung und Verteilung und natürlich auch die Hygiene.

 

Trinkwasser ist ein Lebensmittel

 

Als führendes Unternehmen im Bereich Frischwasser Module haben wir grosse Kompetenz und Expertenwissen über die Jahre aufgebaut.

 

Wir haben im Bereich "Frischwassertechnik - Legionellen" Patentanmeldungen und arbeiten mit Hochschulen und Universitäten zusammen.

 

Unser Experte Andreas Leuenberger gibt regelmässig Weiterbildung an Hochschulen. Auch führt er Schulungen, Webinare und Kurse für Firmen und weitere, interessierte Kreise durch.

 

Deshalb dieser Hinweis:

 

Vorsicht bei der Wiederinbetriebnahme von Trinkwasser Anlagen!

 

Legionellen Erkrankungen enden oft tödlich. Das Risiko ist ernst zu nehmen. Öffentliche Institutionen wie Schulen, Spitäler, Altersheime, Hotellerie, Restaurationen, etc. sind speziell aufgefordert, verantwortungsbewusst mit diesem Thema umzugehen.

 

Legionellen werden über die Atemwege aufgenommen und führen häufig zu Lungenentzündungen. Deshalb, wenn Atemmasken, dann unter der Dusche. Aber nur, wenn nicht alles richtig gemacht wurde bei der Wiederinbetriebnahme ihres Trinkwassersystems.

 

Das Leben endet oft mit dem Tod!


Legionellen! Wie der Lockdown gemeingefährlich wird

Legionellen im Trinkwasser können grippeähnliche Erkrankungen und schwere Lungenentzündungen hervorrufen. Immer wieder gibt es Todesfälle. Die Legionärskrankheit ist eine schwere Form der Lungenentzündung. Sie entwickelt sich typischerweise sehr rasch mit Brust- und Kopfschmerzen, Husten, Schüttelfrost und hohem Fieber von mehr als 40 Grad. Dabei kann es zu schweren Verwirrtheitszuständen kommen. Gelegentlich treten Bauchschmerzen mit Durchfall und Erbrechen auf. Die Lungenentzündung verläuft häufig schwer und dauert rund vier Wochen. Bei etwa jedem zehnten Betroffenen verläuft sie tödlich.

Akute Gesundheitsgefahr durch Legionellen besteht dann, wenn der Grenzwert von 10.000 sogenannter koloniebildender Einheiten (KBE) pro 100 ml Trinkwasser überschritten wird. Im Jahre 2013 war das der Fall in Frankfurt am Main 59-mal, in Dresden 38-mal, 70-mal in Leipzig und 119-mal in München. In ganz Baden-Württemberg 212-mal.

Das Umweltbundesamt (UBA) vermutet bis zu 3.000 Tote pro Jahr infolge der Legionellose, fast so viele Opfer wie im Straßenverkehr. 20.000 bis 30.000 Personen erkranken laut UBA jährlich. Dazu kommt die zehn bis 100-fache Anzahl an Infektionen durch das Pontiac-Fieber, einer milderen Form der Legionärskrankheit. Genaue Zahlen existieren aber nicht, da nicht jede Legionellose als solche erkannt wird, sondern meist als „normale“ Lungenentzündung in die Statistiken einfließt.

Jetzt droht eine fahrlässige Inbetriebnahme zahlreicher Gebäude, die seit Wochen nicht mehr genutzt werden. Zahlreiche Hotels, Betriebe, Ämter, Schulen, Fitness-Einrichtungen verfügen über sanitäre Einrichtungen und Duschen, deren Wasserdampf Legionellen enthalten kann. „Nach der wochenlangen Schließung von Hotels, Kaufhäusern und Büros sieht die Berliner Sanitär-Innung ein potenzielles Gesundheitsrisiko in Wasserleitungen. Auch Klimaanlagen könnten zur Gefahr werden“, berichtet die Berliner-Zeitung. „Wir können im Zuge der schrittweisen Öffnung von zum Beispiel Hotels, Gaststätten und Schulen nur dringend an die Betreiber der Trinkwasseranlagen dort appellieren, das Legionellen-Thema äußert ernst zu nehmen“, sagte Innungsgeschäftsführer Andreas Koch-Martin der Berliner Zeitung. Offenbar wurde und wird vielfach versäumt, ähnlich wie in den Hotels auf der BER-Ruine, regelmäßig die Wasserleitungen zu spülen. Leider bewahrheitet sich die Befürchtung, dass viele Entscheidungsträger nicht verstehen, was für Konsequenzen es hat, wenn man eine hochgradig vernetzte Zivilisation zu stoppen versucht. 

Das reiht sich in Befürchtungen ein, die auch der Verfasser des Corona-Papiers aus dem Innenministerium geäußert hat, zu dessen Zuständigkeiten die Wasserversorgung zählte. Er warnte vor „Gefährdungen im Bereich der Trinkwasserversorgung“ weil wegen des Lockdowns unter anderem Produkte und Materialien nur eingeschränkt verfügbar werden könnten, „die für die störungsfreie Versorgung mit frischem Trinkwasser unverzichtbar sind.“ Technische Details zur Problematik finden sich hier.

Eine stichprobenartige Recherche von Achgut.com Autor Rüdiger Stobbe in Aachen ergab: Für die Trinkwasserversorgung ist in Aachen und Umgebung die Regionetz GmbH verantwortlich. Die zuständigen Wasserwerke liefern einwandfreies Trinkwasser bis zum Wasserzähler der Immobilen. Ab Wasserzähler ist grundsätzlich der Eigentümer der Immobilie, in der das Wasser verteilt wird, dafür zuständig, dass die Wasserqualität einwandfrei bleibt, also immer und überall der vom Wasserwerk gelieferten Trinkwasserqualität entspricht.

Stellt die Regionetz GmbH fest, dass ein Wasserverbraucher – das ist vollkommen unabhängig von den aktuellen Corona-Stillständen – einen extrem geringen Verbrauch hat, wird er angeschrieben und darauf hingewiesen, dass bei längerer Abwesenheit und anschließend erneuter Inbetriebnahme des Trinkwassernetzes in der eigenen Immobilie bestimmte Vorsorge-Regeln zu beachten sind. Die für die Trinkwasserversorgung mitverantwortliche Mitarbeiterin der Regionetz GmbH machte einen kompetenten Eindruck. Dass ein spezielles Problem in der Trinkwasserversorgung wegen der zahlreichen Corona-Stillstände in Hotels, Gastronomie und Gewerbe entstanden ist, war ihr durchaus bewusst.

Ob allerdings alle betroffenen Immobilieneigentümer von der Regionetz GmbH informiert werden, konnte nicht abschließend zugesagt werden. Wie gesagt: Nur bis zum Wasserzähler ist die Regionetz GmbH für die einwandfreie Qualität des Trinkwassers verantwortlich. Es ergab sich gleichwohl der Eindruck, dass ein Denkprozess angestoßen wurde. Nichts wäre schlimmer, wenn Gäste oder Mitarbeiter zwar nicht an Covid-19 erkranken, dafür aber zum Beispiel eine Legionellen-Infektion erleiden.

Ein Hinweis durch die Wasserversorger mit den zu treffenden Maßnahmen wäre sicher hilfreich und womöglich lebensrettend. 


Anmerkung:

 

Wie oben im Bericht aufgeführt, erkranken in Deutschland ca. 20'000 - 30'000 Personen jährlich. Davon sterben bis zu 3'000 infolge der Legionellose. Das ergibt eine Sterberate von 10%.

 

 

Professor Hendrik Streeck hat in Deutschland eine Sterberate von 0,37% (0,28-0,41% ) bei Corona wissenschaftlich festgestellt.

 

Remo Meister


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Wie sollte man jetzt auf Legionellen prüfen?

Das BAG hat in seinem Newsletter zum Thema Lebensmittelsicherheit vom 23.04.2020 auf die Thematik der Trinkwassersysteme in öffentlichen Einrichtungen Stellung bezogen.

Während einer längeren Standzeit können sich in den Wasserleitungen Legionellenfilme bilden. Aus diesem Grund empfehlen wir die Leitungen nach Inbetriebnahme und Spülung auf Legionellen zu prüfen.

Wie können wir Sie dabei unterstützen

 Auftragsformular Legionellen
 Merkblatt Probenversand und Probenziehung Legionellen

 

 



Corona-Lockerungen

Wasser-Experten warnen vor Legionellen-Gefahr

Nach der wochenlangen Schließung von Hotels, Kaufhäusern und Büros sieht die Berliner Sanitär-Innung ein potenzielles Gesundheitsrisiko in Wasserleitungen. Auch Klimaanlagen könnten zur Gefahr werden.

Berlin - Es ist wie nach den Sommerferien, wenn ein ganzes Gebäude viele Wochen lang geschlafen hat. Dann müssen die Hausmeister dort dafür sorgen, dass in den Schulen keine Gefahr durch Legionellen besteht. Denn diese Bakterien im Trinkwassersystem können eine Krankheit auslösen, die durchaus tödlich verlaufen kann. Eine potenzielle Legionellengefahr sieht die Berliner Innung SHK (Sanitär/Heizung/Klimatechnik) nun auch in der Hauptstadt.

„Wir können im Zuge der schrittweisen Öffnung von zum Beispiel Hotels, Gaststätten und Schulen nur dringend an die Betreiber der Trinkwasseranlagen dort appellieren, das Legionellen-Thema äußert ernst zu nehmen“, sagte Innungsgeschäftsführer Andreas Koch-Martin der Berliner Zeitung.

Legionellen sind Bakterien, die sich im Trinkwasser dann gut vermehren können, wenn das Wasser lange steht. Sie können die sogenannte Legionärskrankheit verursachen, wenn sie tief in die Lunge gelangen. Verläuft die Infektion schwer, entsteht oft eine Lungenentzündung – die lebensgefährlich sein kann. Die schwere Form der Krankheit hat für Laien durchaus ähnliche Symptome wie Corona. Der wichtigste Unterschied: Gegen Covid-19 gibt es noch kein Mittel, gegen Legionellen helfen ein paar einfache Regeln, damit keine Gefahr vom Trinkwasser aus dem Hahn ausgeht.

Es gibt derzeit auch Leute, die aus Angst vor Covid-19 seit Wochen nur Mineralwasser trinken, weil sie fürchten, Coronaviren könnten auch durchs Trinkwasser übertragen werden. Dazu stellt das Umweltbundesamt fest: „Trinkwässer, die unter Beachtung der allgemein anerkannten Regeln der Technik gewonnen, aufbereitet und verteilt werden, sind sehr gut gegen alle Viren, einschließlich Coronaviren, geschützt. Eine Übertragung des Coronavirus über die öffentliche Trinkwasserversorgung ist nach derzeitigem Kenntnisstand höchst unwahrscheinlich.“

„Eine potenzielle Gefahr besteht vor allem bei Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen oder großen Bürogebäuden“, sagte Jens Burmeister, der Technische Berater der Innung SHK. Das Problem entstehe, wenn Wasseranlagen lange nicht betrieben werden, das Wasser länger als drei Tage in den Leitungen oder Vorratsbehältern steht und sich die Bakterien gut vermehren können. Die Bakterien sind nicht gefährlich, wenn sie mit dem Wasser getrunken werden, sondern wenn sie mit dem zerstäubten Wasser eingeatmet werden. „Das kann beim Duschen der Fall sein oder unter Rasensprengern“, sagte Burmeister.

Viel verbreiteter als Regner sind allerdings Klimaanlagen oder Luftbefeuchter, die mit Kaltwasser betrieben werden. Die gibt es in Einkaufszentren, in Hotels, Pensionen und Bürogebäuden. „Aber es kann auch schon ausreichen, dass ein Restaurant wieder öffnet, nicht die nötigen Vorsichtsmaßnahmen ergreift und warmes Wasser in einen großen Topf fließen lässt“, erklärte Burmeister. Der Dampf kann gefährlich sein.

Die Krankheit ist seit 1976 bekannt. Damals erkrankten in einem Hotel in Philadelphia 180 von 440 Kriegsveteranen, die an einem Kongress der American Legion (Verband der Kriegsveteranen) teilnahmen – 29 der Ex-Soldaten starben. Deshalb bekam die Krankheit den Namen Legionärskrankheit.

Die Gefahr ist auch in Berlin eine reale. So zeigten Untersuchungen zwischen 2005 und 2010, dass jedes zweite Krankenhaus von Legionellen befallen war. Zuletzt machte die Krankheit 2013 bundesweit Schlagzeilen. Damals hieß es anfangs „Grippewelle mitten im August“, weil in Warstein 165 Leute erkrankten und drei starben. Dann stellte sich heraus, dass Legionellen die Ursache waren. Dort war auch eine bekannte Brauerei betroffen, es mussten Millionen investiert werden, um das Problem zu lösen.

Die Sanitär-Innung sieht nun durch den Lockdown ein weiteres Problem. „In Zeiten der Kurzarbeit könnte es sein, dass der Hausmeister oder Kollege, der sich mit dem Problem auskennt, beim Neustart nicht da ist“, sagte Burmeister. Die großen Unternehmen wie die Berliner Bäderbetriebe seien in diesem Bereich sehr sensibilisiert. „Aber es wird ganz sicher auch Betreiber von Hotels oder Pensionen geben, die die Problematik gar nicht kennen, weil sie nie geschlossen haben und dort die Trinkwasseranlage immer läuft.“

Für die Berliner Bäderbetriebe sagte eine Sprecherin: „Grundsätzlich wird die Wasserqualität und ein möglicher Legionellen-Befall zwei bis drei Wochen vor der Öffnung des Bades von einem unabhängigen Labor untersucht.“ Es gebe aber auch alltägliche Regeln, um einen Legionellen-Befall zu vermeiden. „Dazu müssen die Kaltwasserleitungen in den Berliner Bädern während einer Schließung alle 72 Stunden gespült werden und das gesamte Wasser, das noch in den Leitungen steht, muss ausgetauscht werden.“

Das erfolge in einigen Bädern automatisch, in anderen müssen es die Mitarbeiter selbst machen. Das heißt, dass alle Wasserhähne nach einer vorgeschriebenen Reihenfolge geöffnet werden, damit das Wasser vollständig aus den Leitungen abfließt. „Auch die Toilettenspülungen müssen betätigt werden“, sagte die Sprecherin.

Allen, die nun ihre Betriebe für Mitarbeiter und Gäste wieder öffnen, empfehlen Fachleute, das Wasser drei Minuten lang aus allen Wasserhähnen laufen zu lassen. Das stehende Wasser in den Leitungen ist meist recht warm. Wird es merklich kühler und bleibt konstant kühl, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass das sogenannte Stagnationswasser vollständig abgeflossen ist.

„Die Regel mit den geöffneten Wasserhähnen gilt auch für Ferienwohnungen oder wenn jemand jetzt wieder sein Gartenhäuschen nutzt“, sagte Fachmann Burmeister. Nicht zu vergessen Vereinsräume oder andere lange nicht genutzte Orte. Es gibt aber auch Gebäude, in denen es größere Wasserbehälter gibt. Wenn die mehr als 400 Liter fassen, muss das Wasser fünf Minuten lang auf 70 Grad erhitzt werden, und auch die Warmwasserleitungen müssen heiß gespült werden. „Wichtig ist auch: Wenn es einen Legionellen-Befall gibt, muss dies dem Gesundheitsamt gemeldet werden“, so Burmeister. Außerdem müssen die Leitungen dann durch eine Fachfirma gespült werden.